Landesjagdverband Rheinland-Pfalz e.V. | Startseite
Landesjagdverband Rheinland-Pfalz e.V. | Hintergrund Landesjagdverband Rheinland-Pfalz e.V. | Presse Landesjagdverband Rheinland-Pfalz e.V. | Impressum u. Kontakt

HINTERGRUND

Im Winter 2012/13 sind im Kreis Ahrweiler 600 Wildtiere - Rotwild, Rehwild, Muffelschafe und sogar einige Wildschweine - verhungert. Diese Diagnose, medizinisch Kachexie genannt, wurde vom Landesuntersuchungsamt Koblenz gestellt, ergänzt um die Feststellung, dass in den Kadavern auch Parasiten gefunden wurden. Das für die rechtlichen Grundlagen zuständige Ministerium in Mainz hat es abgelehnt, das bestehende absolute Fütterungsverbot für Wildtiere aufzuheben oder wenigstens zu lockern mit der Behauptung, die Tiere seien an den Parasiten gestorben und das läge daran, dass zuviel Tiere von den Jägern gehalten würden.

Die Jäger aus den Kreisen Ahrweiler und Mayen-Koblenz haben unter der Parole "Kämpf mit gegen den Hungertod der Wildtiere" im Mai 2013 eine Kampagne gegen diese tierschutzverachtende Regelung gestartet und bisher über 18.000 Unterschriften (Stand: Juli 2014) von Bürgern aller Kreise gesammelt, die sie der Ministerpräsidentin Malu Dreier übergeben konnten. Das zuständige Umweltministerium unter Ministerin Höfken und Staatssekretär Griese hat in der Landesjagdverordnung vom Sommer 2013 das Fütterungsverbot aufrechterhalten und ebenso die Bestimmungen zum Aufenthaltsrecht von Rot-, Dam- und Muffelwild verschärft.

Die Initiatoren der Kampagne sehen sich zutiefst enttäuscht von den politisch Verantwortlichen und setzen ihre Aktion fort, auch um interessierte Bürger zu informieren.

Weitere Kernsätze: Das absolute Fütterungsverbot führt in harten Wintern ohne entsprechende natürliche Nahrung – Eicheln, Bucheckern, gewachsenes Gras vor den ersten Frösten – zum Hungertod von Wildtieren. Ein möglicherweise zu hoher Wildbestand – wer beurteilt, was zuviel ist und ist das nicht Sache der Grundeigentümer? – ändert daran nichts! Natürlich können dann, wenn weniger wild lebende Tiere da sind, auch weniger verhungern! Aber Verhungern lassen darf unter keinen Umständen als Regulierungsmaßnahme hingenommen werden.

Nach der derzeitigen Situation werden die Zahlen sterbenden Wildes in diesem Winter wohl nicht wieder erreicht werden; erstens hat sich durch den besagten Hungertod und auch durch eine stärkere Bejagung der Bestand beträchtlich reduziert, so dass es schwer sein wird, die vorgegebene Abschusszahlen zu erreichen; zweitens hat sich aber die Natur nicht an das Fütterungsverbot gehalten und wieder mal eine recht umfangreiche Eichelmast beschert. – Es kann aber auch wieder ganz anders kommen und deshalb muss das Fütterungsverbot weg!!!!

Die Lebensräume unserer Wildtiere werden eingeengt, denn der Flächenverbrauch in Deutschland ist hoch und steigt stetig weiter an. Wir Menschen sind es also, die den Wildtieren Stück für Stück die Lebens- und Nahrungsgrundlage entziehen. Wenn Tiere dann auf land- und forstwirtschaftliche Ertragsflächen, Friedhöfe und Gärten ausweichen, werfen wir ihnen das quasi noch vor! Viel schlimmer trifft es unser Rot- Dam- und Muffelwild. Der Gesetzgeber hat willkürliche Lebensbereiche (Bewirtschaftungsbezirke) festgelegt. Wer diese "Gettos" verlässt, muss getötet werden. Das Wild folgt jedoch "nur" seinen natürlichen Instinkten und wir Menschen sollten ihm das Recht einräumen, sich seinen Lebensraum zu suchen und ihm auch dort ein Lebensrecht einräumen! In anderen Bereichen hat unsere Gesellschaft schließlich auch die Problematik erkannt und beginnt stützend und schützend in die Natur, zugunsten der Wildtiere, einzugreifen: Krötentunnel, Wildkatzen- und Seehundaufzuchtstationen, Vogelwarten . . . das sind nur einige Beispiele. Für unser Rot-, Dam-, und Muffelwild gilt dies, erschreckender Weise, nicht! Für sie wurde festgelegt, wo sie leben dürfen – und wo nicht . . . verlassen sie ihre "Gettos", droht ihnen die "Hinrichtung"!

Unterstützen Sie uns:
  • Sammeln Sie Unterschriften auf der Liste (PDF-Download) und senden Sie diese an uns zurück

  • Bestellen Sie den Flyer (Kontakt s. Impressum) und verteilen Sie ihn in der Nachbarschaft, im Freundes- und Bekanntenkreis, am Arbeitsplatz o. a. .